Der Anschlag von Berlin – und Valium fürs Volk

Ter­ror in Ber­lin – Die Anteil­nah­me aus Deutsch­land, Euro­pa und der gan­zen Welt folgt auf dem Fuße. Der­weil benö­tigt unse­re geach­te­te Kanz­le­rin nicht weni­ger als 15 Stun­den, um sich per­sön­lich zur Lage zu äußern – gewohnt knapp – gewohnt mono­ton – gewohnt frag­men­tiert. Sie tritt vor die Mikro­fo­ne, liest drei Sei­ten vom Blatt ab und geht wie­der. Ich bin fas­sungs­los – zum zwei­ten Mal seit ges­tern.

Der­weil ver­ab­rei­chen uns Poli­ti­ker und TV-Ter­ro­ris­mus­ex­per­ten eine Über­do­sis Gro­Ko-Vali­um. Wir müs­sen alle so wei­ter­ma­chen wie bis­her – ansons­ten habe der Ter­ro­ris­mus gewon­nen, heißt es. Was bedeu­tet das? Bloß nicht auf­hö­ren, zu kon­su­mie­ren? Christ­mas-Shop­ping as usu­al? Man ver­kli­ckert uns, ohne mit der Wim­per zu zucken, dass es heu­te weni­ger Anschlä­ge gebe als frü­her – und dass die Wahr­schein­lich­keit, Opfer von Ter­ror zu wer­den, aus­ge­spro­chen gering sei. Alles easy also, in Good old Ger­ma­ny?

Schon bald wird man uns Inter­views von Pas­san­ten abspie­len, die erklä­ren, dass der Ter­ro­ris­mus gewon­nen hat, wenn wir jetzt etwas ändern – und dass wir nicht alle Zuwan­de­rer unter Gene­ral­ver­dacht stel­len dür­fen. Kei­ne Sor­ge, das machen wir auch nicht. Aber wir wis­sen sehr genau, wer uns die­se Sup­pe ein­ge­brockt hat.

Dan­ke, Mon­sieur Hol­lan­de, dass Sie Ihre Anteil­nah­me frei vor­ge­tra­gen und nicht vom Blatt abge­le­sen haben. Damit kön­nen wir in Deutsch­land lei­der nicht die­nen – noch nicht.