Steinmeier – Was für eine Frage

Wenn Franz-Walter nicht antworten mag

Frank-Wal­ter Stein­mei­er ist einer jener Poli­ti­ker, die in der Kunst des rich­tungs­füh­ren­den Worts bes­tens bewan­dert sind. Er kann Ant­wor­ten (auf gar nicht gestell­te Fra­gen) der­art geschickt for­mu­lie­ren, dass man schon fast ein schlech­tes Gewis­sen bekommt, wenn man die Fra­ge zuvor gar nicht gestellt hat.

Eben­so ist er in der Lage, bren­nen­de Fra­gen der­art geschickt zu umschif­fen, dass man sich wünscht, sie tat­säch­li­ch nie gestellt zu haben. Einen Tag vor sei­ner letzt­end­li­ch auch von der CDU getra­ge­nen Nomi­nie­rung zum Bun­des­prä­si­dent­schafts­kan­di­da­ten lässt er noch den har­ten Arbei­ter raus­hän­gen, der sich um so etwas wie den „Bun­des­prä­si“ gera­de nun wirk­li­ch nicht küm­mern kann. Zu wich­tig ist sein Ein­satz an den Fron­ten die­ser Welt. In einem N-TV-Inter­view zeigt er sich am 13.11.2016 fast pein­li­ch berührt. Die Fra­ge, ob er für das Amt des Bun­des­prä­si­den­ten bereit­stün­de, kon­tert er so:

Die­ses Gespräch, das wir mit­ein­an­der hat­ten, hat doch gezeigt, wor­auf ich mich kon­zen­trie­re und kon­zen­trie­ren muss. Alles ande­re glau­be ich wäre nicht ver­ant­wort­li­ch.

Ich ver­mu­te, er mein­te „nicht ver­ant­wor­tungs­voll“. Egal. Wäre es nur dar­um gegan­gen, dem Resul­tat des Fol­ge­ta­ges nicht vor­zu­grei­fen, hät­te Stein­mei­er es ja genauso zum Aus­druck brin­gen kön­nen. Aber die bedroh­li­che Welt­la­ge in den Vor­der­grund zu rücken, und die Nomi­nie­rung dann einen Tag spä­ter doch anzu­neh­men, hat schon etwas Thea­tra­li­sches.